Was gehört in einen Textil-Digital Product Passport? Daten nach EU-Studienphase (2026)
Die meisten DPP-Artikel listen Dutzende Felder, als wären sie bereits Gesetz. Dieser Guide folgt der offiziellen STOA-Studie des Europäischen Parlaments Digital product passport for the textile sector (PE 757.808, Juni 2024): was in Phase 1 (2027) verpflichtend ist, was Phase 2 (2030) und Phase 3 (2033) ergänzen, und was 81 Textilstakeholder nicht verpflichtend sehen wollen.
Verbindliche Textilregeln kommen noch in ESPR-Delegierten Rechtsakten; nutzen Sie dies bis dahin als evidenzbasiertes Studienmodell.
Identifikation (alle Phasen)
Die Studie definiert DPP als Identifikator + Daten + physischer Link:
- Granularität — Batch, Referenz oder Unique (Luxus oft unique; Massenmarkt oft Batch/Referenz; Unique-ID kann nach Verkauf ergänzt werden).
- Marken- / Produktreferenz — verknüpft Daten mit SKU oder Linie.
- Physischer Träger — QR, Barcode, NFC oder Seriennummer — kein vorgeschriebenes Standard-URL-Format.
Bestehende EU-Textiletikettierung verlangt Faser-% nach Masse bei Produkten mit über 80 % Textil; der DPP ergänzt das Etikett (Recyclingdetail, Mikrofasern, Prozessstandorte) — er ersetzt den Pflichtetikettentext nicht.
Phase 1 (2027) — Pflichtthemen der Studie
Entspricht dem „minimalen und vereinfachten DPP“ (Abschnitt 6.1, Abbildung 13).
Zusammensetzung (über das physische Etikett hinaus)
| Datenthema | Status in der Studie |
|---|---|
| Recyclingmaterial | Verpflichtend (Phase 1) |
| Gefährliche Stoffe | Verpflichtend (Phase 1) |
| Kunststoff-Mikrofasern | Verpflichtend (Phase 1) |
| Faser-% nach Material | Bereits am Etikett (>80 % Textil); DPP kann Details ergänzen |
Frankreich (AGEC): gefährliche Stoffe über 0,1 % müssen kommuniziert werden — Studie neben REACH.
Kreislaufwirtschaft
| Datenthema | Status in der Studie |
|---|---|
| Recyclingfähigkeit des Produkts | Verpflichtend (Phase 1) |
| Pflege / Reparatur / Rücknahme im Detail | Phase 2–3 / in Phase 1 freiwillig |
Lieferkette — Prozessstandorte (kein vollständiges Lieferantenverzeichnis)
Für Bekleidung verpflichtende Standorte von:
- Konfektion (Montage / CMT)
- Weben oder Stricken
- Färben und Druck
- Relevanten Nassverfahren (z. B. Gerberei, Färberei)
Für Schuhe: Nähen, Montage, Finish.
Die Studie verlangt wo Prozesse stattfinden, nicht die Veröffentlichung jeder Tier-4-Einheit. Umfrage: volle Tier-3–4-Rückverfolgung sehr schwierig; Lieferantennamen können eingeschränkt bleiben.
Verpackung
- Recyclinganteil
- Recyclingfähigkeit
- Möglichkeit der Wiederverwendung
Umweltauswirkungen
- Informationen zur Unbedenklichkeit und Umwelteigenschaften (angelehnt an Umweltkennzeichnungsarbeit der Studie)
Phase-1-Optionen („blaue“ Felder der Studie)
Nützlich für Lebenszyklusanalyse, aber nicht im Phase-1-Pflichtset:
- Gewicht und Menge der Hauptkomponenten
- Transportmittel und -distanz (Sektor „nicht bereit“ für Artikel-Transport-Tracking — Umfrage)
Phase 2 (2030) — erweiterter DPP
Die erweiterte DPP-Phase ergänzt:
- Reichere Lieferketten-Dokumentation (verpflichtend + zusätzlich, mit Zugriffsbeschränkung)
- Mehr Fertigprodukt-Daten: Farbe, Größe, Gewicht, Zusammensetzung — für Verbraucher und Sortierung/Recycling
- Bewertungen (Zertifikate, Tests) — Umfrage: oft freiwillig; Pflichtbewertung pro Produkt als teuer eingestuft
- After-Sales, Reparatur, Second Hand für Haltbarkeit
- Interoperabilität zwischen ERP, PLM, PIM, LCA, Zertifizierung und QR/Barcode-Trägern
Phase 3 (2033) — vollständiger Kreislauf-DPP
- Volle Lieferkettenintegration mit Vertraulichkeit
- Vertrieb, Nutzung, After-Sales erfasst
- Sortierung und Recycling nutzen Design-/Fertigungsdaten aus dem DPP
- Geschlossene Materialkreisläufe zwischen Recycler und vorgelagerten Tiers (3–4)
Weiterhin ausgeschlossen als verpflichtend in der Umfrage: Herstellungskosten, Kundenidentifikation.
Sechzehn Kategorien im vollen Studienmodell
Zur Planung über Phase 1 hinaus gruppiert die Studie 16 Informationskategorien:
- Produktbeschreibung
- Zusammensetzung
- Lieferkette
- Transport
- Dokumentation (Zertifikate, Audits)
- Umweltauswirkungen
- Soziale Auswirkungen
- Auswirkungen auf Tiere
- Kreislaufwirtschaft
- Gesundheitsauswirkungen
- Markeninformationen
- Kommunikation / Identifikationsmedien
- Granularität
- Menge
- Kosten (nicht verpflichtend — Umfrage)
- After-Sales-Tracking; Kundenfeedback (Kunden-ID nicht verpflichtend)
Felder, die viele Marken heute sammeln (oft Phase 2+ oder freiwillig)
In der Branche üblich, aber nicht in der Phase-1-Pflichtliste der Studie. Sammeln Sie sie für Käufer oder Kreislaufprogramme — stellen Sie sie nicht als Phase-1-Rechtspflicht dar:
- GTIN / GS1-Identifikatoren (gute Handelspraxis; Studie nennt Barcode/QR, keine benannte GS1-Digital-Link-Pflicht)
- ISO-3758-Pflegesymbole, GSM, Web-/Strickart
- Zertifikatsnummern (GOTS, OEKO-TEX, GRS usw.) — Umfrage: freiwillige Bewertungsinfos
- Tier-3–4-Anlagenname und -adresse — Vertraulichkeitsbedenken
- Produkt-CO₂-Fußabdruck — PEF/Green-Claims-Kontext in der Studie, nicht Phase-1-pflichtig
- Reparaturscore — nur wo nationale Programme existieren (z. B. Frankreich); nicht in Phase-1-Liste der Studie
Phase-1-Daten ohne Überlastung erheben
- Mit einer SKU und der Phase-1-Tabelle oben starten.
- Eingeschränkten Zugang für sensible Lieferantenfelder; öffentliche Seiten für Recyclingfähigkeit, Recyclinganteil und verbraucherrelevante Zusammensetzung.
- Zuerst Konfektion und Stoff für Prozessstandort onboarden.
- Jede Änderung versionieren (Studie: zuverlässige, prüfbare Daten).
- Keine parallelen Tabellen — ein Produkt-Datensatz pro Referenz/Batch.
Kurzfassung
- Phase 1 (Studienvorschlag 2027): Recyclinganteil, gefährliche Stoffe, Mikrofasern, Recyclingfähigkeit, Prozessstandorte, Verpackung-Trio, Umweltunbedenklichkeit.
- Nicht Phase-1-pflichtig laut Studie: volles Tier 4, Herstellungskosten, Kunden-ID, Blockchain, öffentliche Lieferantenlisten.
- Phase 2–3: tiefere Kette, Nutzung, After-Sales, Sortierung/Recycling-Integration.
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Quelle: PE 757.808, EPRS/STOA, Juni 2024.
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